Der Placebo-Effekt für die Gedanken

Der Glaube versetzt Berge, lautet ein uraltes Sprichwort. Und in der Tat – denken Sie nur an den berühmten Placebo-Effekt: eine kleine Tablette, aus simplem Milchzucker, ohne irgendwelche medizinischen Wirkstoffe – wirkt. Wieso?
Woran man glaubt, das geschieht auch. Unsere Gedanken und Vorstellungen sind die stärkste Macht, die wir besitzen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, bereits in uralten indischen Weisheitsschriften ist zu lesen:
Säe einen Gedanken und du erntest eine Tat,
säe eine Tat und du erntest eine Gewohnheit,
säe eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter,
säe einen Charakter und du erntest Dein Schicksal.
Placebos wirken praktisch überall
Zurück zum Placebo-Effekt. Eine spannende Studie wurde dazu vor kurzem veröffentlicht; sie untersuchte, ob Placebos sogar als Antidepressiva und Parkinson-Medikamente wirksam sind. Vorweg – ja, sie sind es. Getestet wurde an über 5000 Patienten, die u.a. mit Prozac behandelt wurden oder eben ein Placebo erhielten. Der Effekt war erstaunlich: in 81% bewirkte das Schein-Medikament die gleichen Resultate wie das echte.
Wie wurde das nachgewiesen? Zum Beispiel mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, die genau zeigte, dass im Gehirn die gleichen Veränderungen einsetzten, egal ob der Patient gerade das Placebo oder Prozac erhalten hatte. Er musste nur glauben, dass er das „echte“ Medikament bekommen habe …
Eine kleine Tablette – sie schenkt uns Hoffnung und Vertrauen. Wir hoffen, dass sie wirkt und vertrauen darauf, dass sie dies tut. Aber, wie nun die neuesten Forschungen zeigen – es ist die Hoffnung, die uns heilt, und das Vertrauen! Nicht die kleine weiße Kugel.
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