Gute Büros bringen Geld


In einem angenehmen, freundlichen und harmonischen Umfeld arbeitet man erfolgreicher, ist gesünder und vitaler. In Zeiten von Burn-Out, psychischen Erkrankungen und Mobbing am Arbeitsplatz wird eine menschengerechte und harmonische Gestaltung der Büros und Arbeitsplätze beinahe - Pflicht.
Gute Büros bringen gute Arbeitsleistung und damit gutes Geld. Worauf es dabei wirklich ankommt – hier die wichtigsten Tipps, basierend auf einer Untersuchung des Stuttgarter Fraunhofer Institutes für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO.
„Was finden Sie in Ihrem Büro wichtig?“
Konkret stellte das IAO berufstätigen Leuten diese Frage. Dabei sollte möglichst genau geantwortet werden – von der Gestaltung der Böden und Wände bis hin zu Möbel und Licht.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Das Büro soll gepflegt und chic wirken. Das gibt den Mitarbeitern das Gefühl, in ihr Büro – und somit in sie – werde investiert. Am beliebtesten sind Glas und Textilien, letztere auch z.B. als Filzbespannung an der Wand. Das „gemütliche Holz“ rangiert gleich dahinter! Metall und Beton landen auf den Rängen 4 und 5, Kunststoff weit abgeschlagen.
Die ideale Mischung: der Schreibtisch aus gutem Holz, die Trennwand aus Glas und Metall, der Stuhl überzogen mit tiefblauem Stoff. Sehr wichtig ist vielen Büroarbeitern die Möglichkeit, die Fenster öffnen zu können, trotz Klimaanlage.
Bei der Form des Büros punkten weite, offene Kombibüros – also eine Mischung aus Einzelbüros entlang der Fassade und flexiblen Trennwänden - vor dem klassischen Zweipersonenbüro und dem Großraumbüro. Bei letztem stört v.a. das Gefühl, immer beobachtet zu werden.
Auffallend: objektiv wichtige Aspekte für eine optimale Bürogestaltung, nämlich Licht und Ergonomie, sind bei der subjektiven „Wohlfühl“-Befragung erst unter „Ferner-liefen“ zu finden. Obwohl unbestritten ist, dass die meisten Büros zu dunkel sind und Vollspektrumlicht am besten ist! Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass unergonomische Tische und Stühle über 5 % der Arbeitstage kosten.
Woran sollte man sich also orientieren, um ein optimales Büro zu schaffen?
Es ist zwar schön und gut, wenn Ihre Mitarbeiter ihr Büro mögen. Aber genau so wichtig ist die richtige Anordnung der Büros. Sonst könnte es sein, dass die Leute zwar glücklich, aber z.B. ohne kommunikativen Austausch vor sich hin werken. Was wohl nicht im Sinne der Sache ist!
Nach Erkenntnissen des Organisationspsychologen Thomas Allen vom MIT habe das ideale Bürogebäude ein Atrium in der Mitte, eine Art offenen Innenhof; optimal ist dieser, wenn man von jedem Punkt des Gebäudes noch einen anderen Flur sehen kann als den, auf dem man gerade steht. Dadurch werde man visuell ständig daran „erinnert“, dass es auch noch andere Mitarbeiter gebe – das halte die Kommunikation in Fluss.
"Kommunikation sei oft nur eine Sache der zufälligen Begegnung, aber sie lasse sich auch managen“, so Allen. Oft wissen die Mitarbeiter gar nicht, welches Know How sich nur zwei Bürotüren weiter verbirgt.
Erfolgsgeschichte Steelcase
Die eigene Ressourcen optimal ausschöpfen – letztlich bringt auch das Geld! Ein Beispiel: Das US-Unternehmen Steelcase übersiedelte in einen Bau mit Atrium; prompt kam es zu 85 % (!) mehr Austausch unter den Mitarbeitern, was sich auch rasch in spürbar positiveren Unternehmenszahlen niederschlug.
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