Lerntipps

Das Phänomen „Erinnerung"
„Erinnerst du dich noch daran?" Eine wahrlich alltägliche Frage, millionenfach ausgesprochen – und dennoch setzt sie einen derart komplexen Prozess in Gang, der bis heute noch nicht vollständig erforscht ist!
Wie können wir uns an etwas Vergangenes erinnern? Wie können wir uns etwa Wissen, Gedanken, Gefühle, Gerüche, Töne oder Bilder wieder ins Bewusstsein rufen? Oder komplette Handlungsabläufe, wie etwa Auto fahren oder Klavier spielen?
Ein wahres „Feuerwerk"
Wie wissen Sie etwa, dass der Mensch, mit dem Sie gerade sprechen, ein lange bekannter Freund ist?
Wenn Sie ihn ansehen, beginnen unendlich viele Nervenzellen, die in Kombination diesem Gesicht entsprechen, gemeinsam zu „feuern". Durch diese gemeinsame elektrische Aktivität entsteht ein Muster, das diese Person repräsentiert – und Sie erkennen Ihren Freund. Derartige Muster von Nervenzellen, die gemeinsam aktiv werden, gibt es für Gegenstände, Telefonnummern und alles andere, was in unserem Gehirn gespeichert ist.
Beispiel zwei – eine rote Rose. Alle Informationen über Farbe, Form, Geruch etc. sind an verschiedenen Stellen im Gehirn gespeichert. Die Erinnerung setzt nun die einzelnen Teil-Informationen neu zusammen und so entsteht das Bild der Rose vor Ihrem inneren Auge. Was noch immer nicht geklärt ist: Warum „weiß" das Gehirn, das genau diese Informationen zusammen gehören?
Ordnung ist das halbe Leben. Das gilt auch fürs Gehirn!
Was für unser tägliches Leben gilt, trifft auch auf das Gehirn zu: Es muss Ordnung halten! So wie man sich selbst regelmäßig von den Dingen verabschieden sollte, die man nicht mehr braucht, um Platz für Neues zu schaffen, muss auch das Gehirn ständig aussortieren.
Dafür hat es sozusagen verschiedene „Ablagen" parat: Zunächst wandert einmal alles in den ersten Korb, das Sekundengedächtnis. Ist er voll, wird "ausgemistet". Was dabei nicht vergessen wird, wandert in den zweiten Korb, das Kurzzeitgedächtnis. Dort lagern die Informationen einige Stunden bis mehrere Tage. Auch dieser Korb muss wieder geleert werden, bevor er zu voll wird. Vieles wird gelöscht, aber das Wichtige packt das Gehirn dann in den dritten Korb, das Langzeitgedächtnis. Hier liegt es schließlich für Wochen, Monate oder auch ein ganzes Leben.
Nicht nur Merken, sondern auch Vergessen ist wichtig
Dies zeigt: Nicht nur das Aufbewahren, auch das Vergessen von Informationen ist lebenswichtig. Es gibt Erkrankungen, bei denen das Aussortieren nicht mehr funktioniert. Anstatt wegen der vielen gespeicherten Inhalte nun besonders klug zu sein, sind die Gedanken solcher Menschen vielmehr verwirrt, da ihr Gehirn völlig überlastet ist.
Energy-Tipp: Wer ständig gestresst ist und sich zu wenige Erholungsphasen gönnt, tut auch seinem Gehirn nichts Gutes. Zum regelmäßigen „rebooten", also zum Abbauen überflüssiger Informationen braucht das Gehirn ausreichend Ruhepausen (siehe auch: „Kurzpausen").
Nützlich und wirksam:
- Entspannungstraining – z.B. mit iSense
- Ordnung schaffen (mehr dazu im Buch „Business Energy")
Zum Weiterlesen:
Ihr Gehirn: wie funkioniert dieses gigantische Netzwerk?
Linke und rechte Gehirnhälfte: Wofür?
Optimal lernen - so geht's
Lerntipps - nicht nur für Kinder
