Vom Stolz des eigenen Besitzes

Der Wert eines Produktes ist also höchst individuell und rational kaum nachvollziehbar. Wir neigen auch dazu, Dinge aus unserem eigenen Besitz wertvoller einzuschätzen als fremde Besitztümer. Dieser sogenannte „Endowment-Effekt“ wurde in unzähligen Experimenten belegt.
Ein Beispiel – „Tatort“ Basketballspiel: Manche jener Fans, die sich eine Nacht lang um Tickets angestellt hatten, gingen leer aus. Als man ihnen in Aussicht stellte, doch noch ein Ticket zu kaufen, boten sie im Durchschnitt 175 Dollar pro Karte. Den glücklichen Ticketbesitzern machte man hingegen den Vorschlag, die Karte abzukaufen. Sie verlangten durchschnittlich das 14-Fache: 2.400 Dollar! Ein Phänomen, das sich übrigens auch wunderbar auf Flohmärkten oder ebay beobachten lässt …
Besonders interessant in Zeiten der Finanzkrise: Uns Menschen schmerzt ein Verlust mehr als uns ein Gewinn in gleicher Höhe freut. Gewinne und Verluste sind nicht gleich viel wert! Deshalb fällt es den meisten zu schwer, Verluste an der Börse zu realisieren, auch denn die Kurse sinken. In den USA stellte man fest: Steigt der Marktwert eines Hauses, konsumiert der Besitzer mehr. Fällt der Marktwert, schränken sich hingegen nur wenige ein.
Und am erstaunlichsten: Selbst wenn man Menschen all diese Zusammenhänge vor Augen führt, bleiben sie stur …. Wie sagte der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann so treffend: „Was einen umhaut, ist, wie wenig Menschen lernen“ …

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Bildquelle: Stockexpert Image #436040
